Berufsschule


Aufbau

Der Bildungsgang der Berufsschule ist in der Regel in 2 Stufen gegliedert:

Berufsschule Berufsschule

 


Ziel

Die Berufsschule führt als gleichberechtigter Partner der betrieblichen Ausbildung durch eine gestufte Grund- und Fachbildung zu berufsqualifzierenden Abschlüssen, sowie unter bestimmten Voraussetzungen zu einem qualifizierten Sekundarabschluss I. Sie soll zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf sowie zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökonomischer und ökologischer Verantwortung befähigen und die allgemeine Bildung vertiefen. Im Unterricht der Berufsschule werden die notwendigen berufsübergreifenden und berufsbezogenen Lerninhalte vermittelt, um einen ersten berufsqualifizierten Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu erwerben.


Gegenwärtig gibt es 13 Berufsfelder:

  • Wirtschaft und Verwaltung
  • Metalltechnik
  • Elektrotechnik
  • Bautechnik
  • Holztechnik
  • Textiltechnik und Bekleidung
  • Chemie, Physik und Biologie
  • Drucktechnik
  • Agrarwirtschaft
  • Körperpflege
  • Farbtechnik und Raumgestaltung
  • Gesundheit
  • Ernährung und Hauswirtschaft

 

Zur Verbesserung des Übergangs in die Berufs- und Arbeitswelt bzw. in die Berufsausbildung gibt es für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss berufsvorbereitende Maßnahmen. Diese Bildungsgänge dauern ein Schuljahr und werden in Vollzeit- oder Teilzeitunterricht geführt. Es werden fachpraktische, fachtheoretische und allgemeine Lerninhalte vermittelt. Es gibt Schwerpunkte im gewerblich-technischen, Hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen und kaufmännisch-bürotechnischen Berufsbereich.


Fachstufen

Die Fachstufen im 2., 3. und 4. Ausbildungsjahr vermitteln die besonderen Fachkenntnisse für die einzelnen Berufe; daher werden in der Regel für die einzelnen Berufe Fachklassen gebildet. Die Berufsschule umfasst Pflicht- und Wahlpflichtunterricht.

Neben dem berufsbezogenen Unterricht, entsprechend den Vorgaben der einschlägigen Rahmenlehrpläne, werden in der Berufsschule im berufsübergreifenden Bereich die Pflichtfächer Deutsch/Kommunikation, Sozialkunde und Wirtschaftslehre, Religion sowie Sport unterrichtet. Im Wahlpflichtunterricht werden folgende Fächer angeboten: Präsentationstechnik, Fremdsprache, Politik, Kommunikation in Netzen. Daneben besteht die Möglichkeit des Erwerbs von Zusatzqualifikationen und die Inanspruchnahme von Förderunterricht. Der Unterricht der Berufsschule wird als Teilzeit- oder Vollzeitunterricht erteilt:

 

Teilzeitunterricht:

Die Schülerinnen und Schüler sind an einem/an mehreren Wochentagen oder in zeitlich zusammenhängenden Unterrichtsabschnitten (Blockunterricht) in der Schule, während sie in der übrigen Zeit im Betrieb ausgebildet werden.

Vollzeitunterricht:

Die Schülerinnen und Schüler haben im Berufsgrundbildungsjahr (= besondere Form der Grundstufe) für die Dauer eines Schuljahres täglich Unterricht.


Aufnahmebedingungen

Die Berufsschule ist in der Regel von allen Schülerinnen und Schülern zu besuchen, die die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium nach 9 Schuljahren verlassen und nicht in eine Berufsfachschule eintreten. Für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, die nicht unmittelbar in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis eintreten, und nicht am Berufsgrundbildungsjahr teilnehmen, ist das Berufsvorbereitungsjahr verpflichtend.


Abschluss

Wer die Berufsschule mit Erfolg besucht hat, erhält ein Abschlusszeugnis. Nach erfolgreichem Abschluss der parallellaufenden betrieblichen Ausbildung wird der Gesellen-, Gehilfen- oder Facharbeiterbrief von der zuständigen Kammer ausgehändigt. Schülerinnen und Schüler, die kein Abschlusszeugnis der Hauptschule besitzen, erhalten mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsschule oder des Berufsvorbereitungsjahres nachträglich den Hauptschulabschluss. Das Abschlusszeugnis der Berufsschule beinhaltet unter bestimmten Voraussetzungen den qualifizierten Sekundarabschluss I.