Ein Erfahrungsbericht von Sebastian Kohl (Schülersprecher der BBS Lahnstein)

Wir kamen am Samstagabend, den 09.02.2019 in Kigali an. Beim Verlassen des Flugzeuges spürte ich sofort die tropische Hitze sowie die hohe Luftfeuchtigkeit. Nach dem die Einreiseformalitäten am Flughafen geklärt waren, durften wir den Airport verlassen, wo uns direkt Herr und Frau Pfeifer empfingen.

Der Busfahrer brachte uns zu unserem Hotel und ich konnte direkt einen ersten Eindruck von Kigali bekommen.
Markt in RuandaDie Straßen waren sehr belebt, es gab viel mehr Motorradfahrer als auf deutschen Straßen, die sich durch die Autoreihen entlangschlängelten. Im Hotel angekommen erhielten wir unsere Zimmer, die teilweise spärlich eingerichtet waren, aber dies ist ein anderes Land, dort leben die Leute auf diese Art.

Beim Abendessen haben wir aus erster Hand erfahren, was es heißt, wenn gesagt wird die Uhren ticken hier anders. Nach schätzungsweise 90 Minuten Wartezeit erhielten wir unser Abendessen. Am Abend ging jeder auf sein Zimmer um sich auf den nächsten Tag vorzubereiten.

Am nächsten Morgen sind wir nach einem exotischen Frühstück in die Stadt gefahren um Geld zu wechseln. Einige Schüler wollten sich eine SIM-Karte kaufen. Ruanda fährt im Landesinneren eine exzellente Sicherheitspolitik (dies ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck). Überall hatten bewaffnete Polizisten und Securities die Umgebung im Auge.

Bevor wir das Einkaufszentrum betreten durften, mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle hindurch, die denen auf Flughäfen ähnelte. Wir waren ein paar Minuten vor 9:00 da, doch auch hier haben wir gemerkt, dass die Uhren anders ticken, denn es hat etwas gedauert, bis die Läden für uns zugänglich waren. Nachdem der Besuch des Einkaufszentrum beendet war, besuchten wir das Genozid Merkmal mit Museum. Dort wurde uns eine Menge über diese furchtbare Zeit erklärt.
Nach Beendigung des Museumbesuchs und einem Mittagessen sind wir Rchtung Osten zum Akagera Nationalpark gefahren. Während der Busfahrt konnte man die zahlreichen Hügel Ruandas sehen, woher das Land seinen Namen hat: „Das Land der 1000 Hügel“. Herrliche Landschaft Ruandas 2

Egal wo wir entlangfuhren, die Leute haben uns immer freundlich zugewunken. Dieses Verhalten war neu für mich, wenn man bedenkt welche Reaktionen ich vermutlich in Deutschland bekommen hätte. Das Hotel vom Akagera Nationalpark war atemberaubend.

Sehr luxuriös und das Essen war fabelhaft. Keiner von unserer Delegation wollte so richtig weg von diesem Hotel. Jedoch ging am nächsten Morgen unsere Reise weiter. Alle Koffer wurden in den Bus und in unser Begleitfahrzeug geräumt um anschließend eine Safari durch den Park zu erleben. Wir hatten die Gelegenheit, zahlreiche Tiere in ihren natürlichen Lebensraum zu sehen. Dazu zählten Paviane, Antilopen, Wasserböcke, Nilpferde, Zebras, Giraffen, Löwen und sogar am Ende der Safari einen Elefanten. Gleichzeitig kam es mir vor, als hätte die afrikanische Savanne schier unendliche Weiten zu bieten. Es war ein beeindruckender Tag.

Eindrücke der Safaritour 3

Nach der abschließenden Safari wurde uns erzählt, wir würden von unserem jetzigen Standort nur eine Stunde zum nächsten Hotel brauchen. Nach drei Stunden haben wir das Ziel erreicht. Es war ein kleines an einem See gelegenes Hotel. Die Aussicht beim Essen war einfach unglaublich.

Am nächsten Tag ging es direkt zur Besichtigung einer nahliegenden Polizeiakademie.Ein spannendes Erlebnis für jedermann aber insbesondere für die Schüler aus den Polizeiklassen der BBS Lahnstein.Nach dem Besuch tourten wir wieder einmal durch ganz Ruanda zum Hotel Fatima, dass sich nahe an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo befindet. Es hatte eine Sonnenterasse mit einem herrlichen Ausblick auf die naheliegenden Vulkane.
Besuch im Polizeipräsidium 2

Am darauffolgenden Tag haben wir eine andere Polizeiakademie besucht. Auch hier wurden viele Eindrücke gesammelt. Anschließend besuchten wir eine Fraueninitiative, die sich um körperlich oder geistig eingeschränkte Kinder kümmern. Ich finde es wirklich klasse, dass es solche Einrichtungen gibt und das sich die Frauen um jedes einzelne Kind vorbildlich kümmern.

Als der Tag zu Ende ging hatten wir doch tatsächlich die Gelegenheit bekommen, eine Teefabrik zu besuchen. Als großer Teeliebhaber konnte ich mit großem Interesse den Erklärungen des Vizepräsidenten der Teefabrik folgen, der uns erklärte, wie aus der Teepflanze der fertige Tee in die Tasse kommt. Am Ende probierten wir selbst ein paar Teeproben und einige bekamen sogar Schwarzteepulver abgefüllt in einer Papiertüte ausgehändigt.

Die folgenden die Tage waren der Höhepunkt unserer ganzen Reise, da wir unsere Partnerschule in Nzuki besucht haben. Wir haben uns allen Schülern vorgestellt und umgekehrt. Es wurden gemeinsam Workshops besucht die allen viel Spaß bereiteten.
Fussballspiel
Mit großer Freude haben Schülerinnen und Schüler die Gastgeschenke von zwei Mitschülerinnen der BBS Lahnstein angenommen. Diese hatten nämlich Fußballtrikots für die ganze Schule organisieren können. Diese kamen auch direkt bei einem gemeinsamen Fußballspiel auf dem schuleigenen Fußballplatz zum Einsatz.

Nach einem Unentschieden, einem gemeinsamen Gottesdienst mit dem Pfarrer der Schule und einem Besuch der nebenanliegenden Grundschule, hieß es nach drei wundervollen Tagen Abschied nehmen.

Manuela Altenkamp mit SchülerInnen

Wir fuhren zurück mit dem Erlebnis, die Leute in Ruanda, unsere Partnerschule, in Nzuki sowie das ganze Land kennengelernt zu haben. Und das alles durch die perfekte Organisation von Frau Altenkamp. Vielen Dank!!

Ich werde diese Reise auf keinen Fall vergessen.
Sebastian Kohl

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