Gemeinsam mit sechs Auszubildenden der IHK Koblenz habe ich im Oktober die Möglichkeit für ein Auslandspraktikum wahrgenommen, welches mir durch die IHK (Frau L.Krekel) und meinem Ausbildungs-betrieb, der Firma Clariant Plastics & Coatings GmbH, gestattet wurde.Bild 1 Dabei habe ich mich für ein 4-wöchiges Praktikum auf der Mittelmeerinsel Malta entschieden.
Begonnen hatte das Praktikum am 30.09.2017 am Kölner Flughafen, wo zusammen die Reise nach Malta angetreten wurde.
Da sich alle gegen eine Unterkunft in einer Gastfamilie entschieden hatten, wohnten wir gemeinsam in einem Apartment in Msida, ein kleiner Ort in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Valetta. Bild 2Nach ausgiebiger Erkundung unserer Wohngegend, welche auf den ersten Blick etwas heruntergekommen wirkte, stellten wir schnell fest, dass auf Malta ein vollkommen anderer Lebensstil als in Deutschland herrschte. Dies sorgte unter anderem für eine neue Erfahrung und Umdenken, da die Menschen dort keineswegs unglücklicher wirkten und wir in Deutschland doch etwas verwöhnt sein könnten. Ebenso in Sachen Straßenbeschaffenheit und Müllentsorgung lernten wir einen ganz anderen Standard kennen.
Durch die guten Busverbindungen konnten wir flexibel zum Praktikumsbetrieb fahren, sowie in unserer Freizeit und am Wochenende viele schöne Plätze, Städte und Buchten der Insel erkunden. Von Tag zu Tag lernten wir Malta mehr kennen und lieben.Bild 4
Unseren ersten Arbeitstag hatten wir am Dienstag nach unserer Anreise. Voller Vorfreude und mit etwas Nervosität im Gepäck machte ich mich auf den Weg zur Maypole Bakery, dem Verwaltungssitz einer riesigen Bäckereikette. Dort wurde ich sehr herzlich von allen Kollegen empfangen. Zeitgleich absolvierten dort noch zwei weitere Praktikanten ihr Auslandpraktikum – eine Deutsche und eine Italienerin. Dadurch lernte ich nicht nur die maltesische Kultur, sondern auch einige italienische Neuheiten kennen.

Meine Aufgaben umfassten die Erstellung von Rezepturanweisungen neuer Produkte für die Mitarbeiter, welche ich im Anschluss der Produktion immer wieder einmal Probe kosten durfte. Des Weiteren befasste ich mich damit, Rechnungen für die einzelnen Filialen auf Malta zu erstellen und in das System einzupflegen. Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß und meine Englischkenntnisse konnte ich durch viele Gespräche mit den Kollegen auffrischen. Da wir alle sehr angenehme Arbeitszeiten hatten, bot sich auch nach der Arbeit die Gelegenheit die Insel zu erkunden. Mit dem Bus oder der Fähre ist für geringes Geld die gesamte Insel, sowie die Nachbarinseln Gozo und Comino gut zu erreichen.
Bild 1Da wir uns in unserer Wohngemeinschaft alle super verstanden, wurden einige Ausflüge und Aktivitäten für die freien Wochenenden geplant. Die Highlights waren eine Quadtour auf der Schwesterninsel Gozo, der Besuch der Blauen Lagune auf Comino, Popeye-Village, die Hauptstadt Valetta und die Besichtigung der Burgstadt Mdina. Durch die Abwechslung mit Arbeiten unter der Woche und Inselerkundung am Wochenende verging die Zeit rasend schnell. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns zunächst von unseren Kollegen und flogen am 28.10.2017 wieder zurück in die Heimat nach Deutschland.

Ich persönlich würde jedem Azubi empfehlen, eine solche Möglichkeit, sofern einem diese geboten wird, wahrzunehmen. Neben der Verbesserung der Sprach-/ Englischkenntnisse, lernt man die Arbeitsweise in einem anderen Land und dazu eine fremde Kultur kennen. Im späteren Berufsleben ist die Chance sehr gering, über einen längeren Zeitraum freigestellt, sowie in Sachen Finanzierung unterstützt zu werden. Für die Reise erhält man nämlich einen Stipendium in Höhe von 1018 € (variiert je nach Land), wobei 80% vor Antritt der Reise und 20 % nach Beendigung des Aufenthalts ausgezahlt werden. Ich habe diese Entscheidung keineswegs bereut und würde jederzeit wieder eine solche Reise antreten, da ich gewisse Dinge nun mit anderen Augen sehe und zudem neue Freunde kennen gelernt habe. Diese Erfahrung wird mir mit Sicherheit noch lange Zeit in Erinnerung bleiben.

Text: Anna Hinrichs

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