Die HBFPV17 hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema der NS-Zeit auseinander gesetzt. Nachdem sie auch schon im Rahmen der Studienfahrt nach München im Kz-Dachau war, stand heute das KZ- Außenlager Cochem mit den Standorten Treis und Bruttig auf dem Plan.

Die Klasse traf sich am Freitag, dem 16. November 2018, um 9:00 Uhr in Treis mit Frau Witzler und Herrn Bruchhof. Auch Ernst Heines kam anschließend dazu, um uns über die Zeit von März bis Oktober 1944 zu erzählen. Ernst Heines befasst sich seit fast 30 Jahren mit dem KZ- Außenlager Cochem, dem die Standorte Treis und Bruttig eingegliedert sind.

Er hat in dieser Zeit auch viele Zeitzeugen befragt, die ihm die Situation erklärten und Einblick in diese Zeit gaben. Er hat auch den damaligen Leiter des KZ-Außenlager in Bruttig im Gefängnis in Wittlich besucht, um dort weitere Erkenntnisse zu bekommen. Ernst Heimes hatte auch viele Bilder dabei, da nur noch wenige Gebäude erhalten sind.

Als Erstes brachte Ernst Heines die Schülerinnen und Schüler zu der Stelle in Treis, an der alles im März 1944 begann. Es war ein Gasthaus, in dem die ersten Zwanghäftlinge gefangen worden waren. Leider existiert dieses Haus nicht mehr, es war nur eine Wiese dort zu sehen. Danach wurde die Klasse in das Industriegebiet „Auf der Kipp“ von Treis gebracht. Dort stand früher eine Halle.

Diese Halle war umzäunt mit Stacheldraht, dadurch konnten noch mehr Häftlinge untergebracht werden. Heutzutage war auch davon nichts mehr zu sehen. Durch Luftaufnahmen von amerikanischen Soldaten konnte man es sich vorstellen, wie vorher der Platz ausgesehen haben muss.

Zum Schluss liefen alle gemeinsam zum Friedhof in Treis, auf dem auch ein Gedenkstein steht, um allen Opfern zu gedenken, die durch Mangelernährung starben oder ermordet wurden. Als Nächstes war Bruttig an der Reihe. Das Erste, was Herr Heimes dort der Klasse gezeigt hat, war eine Gaststätte, in der dasselbe geschehen war wie in Treis. Direkt daneben war die Führungszentrale, in der die SS-Führer untergebracht waren. Das Gebäude steht heute noch und ist bewohnt.

Auch Baracken, die noch erhalten sind und nicht zerstört wurden, wurden der Klasse gezeigt. Auf dem Friedhof steht ein Gedenkstein, der an diese Zeit erinnert. Diesen hat sich die HBFPV17 ebenfalls angeschaut. Zum Schluss besichtigte die Klasse noch das Ende des Tunnels, an dem früher eine Bahntrasse angedacht war, aber diese nicht zu Ende geführt wurde und in der Zeit vor 1944 eine Championzucht auf Mist angebaut wurde.

Die Zwangsarbeiter mussten dort den Tunnel säubern, damit die Firma Bosch dort die Zündkerzen für Flugzeuge herstellen konnte. Der Tunnel wurde allerdings nach dem 2. Weltkrieg von den Franzosen mit mehreren Sprengungen zerstört. Danach war um 13:00 Uhr das Programm beendet und die Schülerinnen und Schüler sind nach Hause gefahren.

Hendrik Florian, HBFPV17