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  • Artikel nach Datum gefiltert: Sonntag, 29 August 2021

Herzliches Willkommen zum neuen Schuljahr 2021/2022 an der BBS Lahnstein

Liebe Schülerinnen und Schüler,dietmar v1 300
sehr geehrte Eltern,
sehr geehrte Ausbilderinnen und Ausbilder,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,

herzlich willkommen an der Berufsbildenden Schule in Lahnstein!

Für den Schulstart in das neue Schuljahr 2021/22 ab 30.08., wünsche ich Ihnen viel Erfolg und hoffe, dass Sie Ihr angestrebtes Ziel erreichen.
Zum zweiten Mal starten wir unter den erschwerten Bedingungen, welche der Corona-Pandemie geschuldet sind. Sie alle kennen dies bereits von Ihrer bisherigen Schule.
Wir sind bestrebt, die Lehr- und Lernbedingungen so günstig wie möglich für Sie zu gestalten, damit Sie ihre angestrebten Ziele erreichen.
Damit dies gelingt, ist Ihre Kooperation und Mitarbeit unerlässlich. Sie wissen alle, dass ihr Erfolg in hohem Maße von Ihrem persönlichen Einsatz und Engagement abhängt. Dies gilt insbesondere in Phasen des Fernunterrichts. Wir wollen alle hoffen, dass dieser Fall nicht wieder eintreten wird, wir müssen dies jedoch einkalkulieren.

Zur Unterstützung für Sie gibt es an der BBS Lahnstein viele Angebote, KlassenleiterIn, Schulsozialarbeit, Verbindungslehrer, Präventionsteam, etc. Scheuen Sie sich nicht Kontakt aufzunehmen, wenn Probleme jeglicher Art auftreten,

Jetzt wollen wir jedoch nach vorne sehen! Bleiben Sie zuversichtlich und freuen Sie sich auf ihren neuen Lebensabschnitt und das was vor Ihnen liegt.

Ihnen alles Gute.

Herzlichst
Dietmar Weber
(Schulleiter)

 

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Feierliche Zeugnisübergabe 2021 an der Berufsbildenden Schule Lahnstein

Das gesamte Schuljahr 2020/21 war geprägt von Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Doch zum Ende des Schuljahres machten es ein schöner Sommertag und die geringen Infektionszahlen möglich, zumindest einenHBFPV19 mit KL Bruchhof und Huzefa Ahmad Schulersprecher HBFW19A Teil der Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen feierlich auf dem Schulhof an der Berufsbildenden Schule (BBS) Lahnstein zu verabschieden.

Schulleiter Dietmar Weber blickte in seiner Begrüßungsrede vor den Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsfachschule (HBF) Polizeidienst und Verwaltung sowie der Berufsoberschule (BOS) 2 auf das vergangene Schuljahr zurück: Wie die Schule von einem auf den anderen Tag im März 2020 geschlossen wurde, wie Lehrende wie Lernende kreativ werden mussten, um so etwas wie sinnvollen Unterricht im Fernunterricht zu gestalten, „damals noch“ ohne digitale Lernplattform und ohne dass die Lehrkräfte in irgendeiner Hinsicht besonders methodisch-didaktisch geschult oder vorbereitet waren für diesen Einsatz.

Mehr als ein Jahr später stellte Dietmar Weber nun fest, wie viel sich an der Schule getan hat und wie stark sich der Unterricht seit dem ersten Lockdown verändert hat. Die Absolventinnen und Absolventen haben sich gemeinsam mit den Lehrkräften weiterentwickelt, haben mit der Plattform Microsoft Teams und weiteren digitalen Medien erfolgreich zu arbeiten gelernt und Unterricht in wechselnden Szenarien erlebt, mal in Präsenz, mal virtuell, mal im Wechselmodus. Herr Weber betonte gegenüber den Absolventinnen und Absolventen, dass sie es trotz dieser schwierigen Bedingungen in der Pandemie geschafft haben, ihren Abschluss im Blick zu behalten und schließlich auch zu schaffen: „Ich sehe Sie gut gewappnet für Ihre berufliche Zukunft.“

Die anwesenden Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsfachschule Polizeidienst und Verwaltung (Klasse HBFPV19) erreichten nach zweijährigem Vollzeitunterricht den Abschluss der Fachhochschulreife und/oder die Berufsbezeichnung „staatlich geprüfte/r Assistent/in für Polizeidienst und Verwaltung“. In der Berufsoberschule 2 Technik/Wirtschaft (BOS2TW) wurde von den ebenfalls anwesenden Absolventinnen und Absolventen nach einem Jahr Vollzeitunterricht der Abschluss der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife erlangt.

Der Schülersprecher der BBS Lahnstein, Huzefa Ahmad, selbst Absolvent einer HBF Wirtschaftsklasse, begann seine Rede mit einem Zitat von Aristoteles: „Die Wurzeln der Bildung sind bitter, ihre Früchte aber sind süß“, und verwies damit ebenfalls auf die nicht immer einfachen zurückliegenden zwei Schuljahre. Er dankte allen Lehrkräften namentlich, die in den beiden Abschlussklassen im Einsatz waren und betonte: „Unser Erfolg war Ihre Priorität.“

Einigen Schülern wurden besondere Ehrungen zuteil:

Maurice Hunder aus der BOS2 sowie Niclas Krist aus der HBFPV19 erhielten von Christian Eisenhut, Leiter Finanz Center der Nassauischen Sparkasse in Lahnstein, den Naspa Schulpreis in Form eines Büchergutscheines überreicht. Schülersprecher Huzefa Ahmad empfing von Schulleiter Weber den Preis von der Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule.

Georg Bruchhof, Klassenleiter der HBFPV – Abschlussklasse, kam auch in seiner Rede nicht umhin, die teils mühsamen Lernbedingungen aufzuzeigen, unter denen die Schülerinnen und Schüler ihre zwei Jahre an der BBS Lahnstein verbrachten, und hob hervor, dass man als aktuelle Zeiteinteilung immer von „vor“ oder „nach“ Corona sprechen würde. Genau diese Zäsur hatte die Polizei- und Verwaltungsklasse in den zwei Jahren erlebt: Sie startete vor Corona und endete nach der dritten Corona-Welle.

Bruchhof drückte die gemeinsame Unterrichtszeit mit seiner Klasse in aussagekräftigen Zahlen aus und rechnete genau vor, an wie vielen Schulwochen in den zwei Jahren der Präsenzunterricht ausfiel. Trotz der langen Zeit im Fernunterricht haben die Schülerinnen und Schüler Ausdauer und Zielstrebigkeit bewiesen, wie die weiteren Zahlen belegen:

Von 30 Schülerinnen und Schülern, die im Sommer 2019 in der HBFPV-Klasse gestartet waren, traten immerhin 27 von ihnen knapp zwei Jahre später im Mai 2021 zur Prüfung an. 24 Prüflinge haben die Prüfung zur Fachhochschulreife bestanden, und 19 von den 27 Prüflingen haben die Berufsbezeichnung staatlich geprüfte/r Assistent/in für Polizeidienst und Verwaltung erlangt und damit ihre Eintrittskarte zum Vorbereitungsdienst in den gehobenen Polizeidienst erworben. Mit dem französischen Sprichwort „Partir, c’est mourir un peu“ (Abschied ist – ein bisschen sterben), den Zeugnissen und besten Wünschen verabschiedete Klassenleiter Bruchhof schließlich seine Klasse in eine hoffentlich erfolgreiche berufliche Zukunft.

Roland Raithel erinnerte als Klassenleiter der BOS2 in seiner Rede daran, dass es im vergangenen Jahr coronabedingt nicht einmal eine Verabschiedungsfeier gegeben hatte und die Zeugnisse wenig feierlich auf dem Schulhof ausgeteilt werden mussten. Er war sichtlich erfreut, dass seine Klasse dieses herausfordernde Schuljahr gemeistert hatte und er den Absolventinnen und Absolventen das Zeugnis zur fachgebundenen bzw. allgemeinen Hochschulreife überreichen konnte. Auch wenn das Jahr sie verändert habe, auch wenn wir alle uns die Frage nach der heutigen „neuen“ Normalität stellen, so Herr Raithel, gab er seiner Klasse noch einen guten Tipp mit für’s Leben: „Wenn Sie die Gegenwart genießen, werden Sie auf eine herrliche Vergangenheit zurückblicken.“

Was zum Schluss der Feierstunde auch noch anders war als im letzten Jahr: Es durfte wieder mit Sekt auf die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen angestoßen und es durften coronakonforme Bilder gemacht werden: draußen, mit Abstand, aber ohne Maske.

Anbei finden Sie eine Bildergalerie der schönsten Momente:

BOS2 Roland Raithel Uwe ChristofferBruchhof mit Klassensprechern HBFPV Nico Pelm und Yasemin DemirtasDietmar Weber mit Maurice HunderGeorg Bruchhof mit Klassensprechern Nico Pelm und JasminHuzefa Ahmad Schulersprecher BBS LahnsteinRoland Raithel Rede

(Text und Fotos: Britta Kleine-Tebbe, BBS Lahnstein)

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„Zukunft braucht Erfahrung“ – Ehrenamtliche Senior Experten unterstützen mit Ihrem Know-How die Berufsbildende Schule (BBS) Lahnstein im Schulalltag

Mit Beginn des Schuljahres 2020/21 startete erstmalig das “Schulprogramm“ mit dem Titel „Neue Impulse für Schülerinnen und Schüler“ des Senior Experten Service (SES) an einer Berufsbildenden Schule in Rheinland-Pfalz.P1500403 Die BBS Lahnstein ist die erste, die – trotz der durch Corona erschwerten Bedingungen - von diesem Schulprogramm profitiert hat und sich auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr freut.

Der SES ist als Stiftung der Deutschen Wirtschaft für Internationale Zusammenarbeit aus seiner Zentrale in Bonn heraus weltweit, vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländern, tätig. In Deutschland bilden die SES-Einsätze der Senior Experten, ehrenamtliche Fachleute im  Ruhestand, einen Schwerpunkt bei der Förderung junger Menschen in Schule und Ausbildung.

Bisher kam das “Schulprogramm” zwar seit längerem an allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz zum Einsatz, jedoch nicht an den Berufsbildenden Schulen. Das könnte sich in der nächsten Zeit ändern. Dafür gesorgt hat die engagierte Schulsozialarbeiterin der BBS Lahnstein, Anja Maibach, die sich mit Dr. Dietrich Garlichs in Verbindung setzte, der von Bonn aus die Schulprogramme des SES im Land koordiniert. Der Bedarf an Unterstützung in den Klassen des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) und der Berufsfachschulen (BF) ist besonders groß. Dank Dr. Garlichs konnten der BBS Lahnstein zu Projektbeginn vier ehrenamtliche Senior Experten zugewiesen werden. Im Rückblick auf das nun zu Ende gehende Schuljahr empfindet Anja Maibach, und mit ihr Schulleiter Dietmar Weber und Bereichsleiterin der BVJ/BF – Klassen Martina Groß, den Einsatz als große Bereicherung für die Schule.

Laut Dr. Garlichs sind im Moment, neben der BBS Lahnstein, an vier weiteren rheinland-pfälzischen Real- und Gesamtschulen SES-Experten im Einsatz.  

Was genau tun diese ehrenamtlichen Experten des SES an den Schulen? Die konkreten Schwerpunkte definiert die Schule, denn jede Klasse und jede Schulform hat ihre eigenen Schwierigkeiten. Die Senior Experten unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung ihrer individuellen Ziele. Während es bei einigen darum geht, ihren angestrebten Schulabschluss zu erreichen, ist es bei anderen die berufliche Orientierung, die Suche nach einem Ausbildungsplatz, die Erstellung von Bewerbungsunterlagen oder die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch.

Zum Ende des Schuljahres trafen sich jetzt drei der vier ehrenamtlichen Senior Experten an der BBS Lahnstein mit Schulleiter Dietmar Weber, Bereichsleiterin Martina Groß, Schulsozialarbeiterin Anja Maibach und Klassenleiterinnen und Klassenleitern der involvierten Klassen zu einem Rück- und Vorausblick. Gute wie schlechte Erfahrungen des aktuellen Schuljahres sollten reflektiert werden, damit alle Beteiligten für die Fortführung des Programms gut gerüstet sind.

Sigrid Speckhardt, Dr. Heinz Theis, Stephan Kalb und Dieter Rettig begleiteten einzelne Schülerinnen und Schüler aus den Technik-Klassen des BVJ und der BF1 über längere Zeit des Schuljahres, regelmäßig an zwei Tagen in der Woche. Die längere Phase der coronabedingten Schulschließung Anfang des Jahres hat eine kontinuierliche persönliche, d.h. „face to face“ - Betreuung der Lernenden durch die SES Experten zwar erschwert, aber die Ehemaligen ziehen in der Rückschau mit den schulischen Begleitern des Schulprogramms eine insgesamt positive Bilanz Ihres Tuns.

Dieter Rettig, ehemals Berufssoldat bei der Bundeswehr und mit Erfahrungen aus zahlreichen Auslandseinsätzen, der zu Beginn des Ruhestandes sogar noch einen Bachelor im Studiengang „Bildungswissenschaft“ abgeschlossen hat, berichtet, dass es für ihn eine ganz neue Erfahrung gewesen sei, mit einem Schülerclientel in Verbindung zu treten, was selbst nicht unbedingt davon überzeugt ist, dass es Hilfe gebrauchen könnte. Hilfe an die Frau oder den Mann zu bringen, stellte sich als gar nicht so leicht heraus. In der Rückschau stellt er fest, dass die Schülerinnen und Schüler vorrangig Probleme bei der Strukturierung haben, sich teilweise nicht für 10 Minuten auf eine Sache konzentrieren können und erst motivierter gewesen seien, als es um Klassenarbeiten ging. Herr Rettig hat die Lernenden vorrangig im Fach Englisch unterstützt. Mit einem Schüler habe er über die persönlichen Begegnungen an der Schule nach und nach eine engere Beziehung aufbauen können. Durch seine engagierte Unterstützung habe er mit dafür sorgen können, dass der Schüler einen Ausbildungsplatz vermittelt bekam. Das war ein greifbares Erfolgserlebnis und zeigt, wie wichtig und wertvoll die Unterstützung im Einzelfall sein kann.

„Tricks zum Lernen“ habe er von Herrn Rettig bekommen, hebt z.B. Schüler René Traut hervor, der das Angebot des Experten sehr gerne in Anspruch genommen hat. Herr Rettig sei nochmal ganz anders auf das Erlernen der englischen Sprache eingegangen als seine Lehrer, stellt René weiterhin fest. Es habe ihn stark motiviert, in Kleingruppen von maximal fünf Schülerinnen und Schülern mit dem Experten zusammen zu arbeiten. Ferner haben sie auch oft über ihre Zukunftspläne mit dem Experten gesprochen und sich über das Schulische hinaus kennengelernt. René empfand die Begleitung aller drei Experten, die in seiner Klasse zum Einsatz kamen, als äußerst hilfreich, es sei ein bisschen wie „Nachhilfe“ gewesen, die sonst viel Geld koste. Jede/r Lernwillige habe adäquate Unterstützung bei den Experten erfahren können.

Doch nicht jede Schülerin und jeden Schüler aus den betreuten Klassen konnten die SES-Experten erreichen, auch darüber sind sich die anwesenden Ehrenamtlichen bei der Rückschau einig. Man dürfe sich aber keinesfalls davon abschrecken lassen, wenn die Lernenden am Anfang zögerlich bis abweisend seien. Entscheidender sei es, ihnen wirklich auf der persönlichen Ebene zu begegnen und sich auf die Lernenden individuell einzustellen. 90% der Betreuung fand real und persönlich in der Schule statt und nur wenig über weitere Medien wie E-mail, Skype oder WhatsApp.

Dr. Heinz Theis war im Berufsleben Bauingenieur und hat sich als SES-Experte darauf konzentriert, den Schülerinnen und Schülern im Fach Mathematik aktive Unterstützung anzubieten. Er ist schon seit drei Jahren in verschiedenen Projekten bei SES dabei, zum ersten Mal aber dieses Jahr in einer Berufsbildenden Schule, was er als neue Herausforderung empfunden habe. Auch er schildert den Eindruck, dass den Lernenden der eigene Bedarf an Hilfe nicht immer bewusst gewesen sei. Sie haben zu Beginn eher scheu und zurückhaltend auf seine Ansprache reagiert. Es habe oftmals an Grundlagen und an der Motivation der Lernenden gefehlt. Das Problembewusstsein sei noch am ehesten aktiviert gewesen vor Klassenarbeiten, pflichtet Herr Dr. Theis den Beobachtungen von Herrn Rettig bei. Situative Ad-hoc Betreuung sei da durchaus gewünscht gewesen. Feste Beziehungen zu den Lernenden aufzubauen in diesem, nicht zuletzt durch Corona, besonderen Schuljahr, habe er als eher schwierig wahrgenommen. Er habe wechselnde Schülerinnen und Schüler betreut, einige seien nur selten oder gar nicht mehr gekommen. Es sei dadurch mitunter auch ein unproduktiver Leerlauf entstanden, den er als demotivierend empfunden habe.

Herr Dr. Theis blickt zwar kritisch reflektierend auf das Jahr zurück, es sei ihm aber bewusst, dass er punktuell durchaus wertvolle Unterstützung habe leisten können, auch wenn er selbst einen höheren Anspruch an seine ehrenamtliche Tätigkeit gehabt habe.

Stephan Kalb war in seiner aktiven Berufstätigkeit als Ingenieur europaweit für Groß- und Telekommunikationskonzerne unterwegs. Er hat schon über die Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) seit einigen Jahren erste Erfahrung bei dem SES gesammelt. Bei VerA gibt es eine 1:1 Betreuung für Auszubildende, die sich in ihrer Ausbildung schwertun. Im Gegensatz zu seinen Erfahrungen aus der Betreuung der Auszubildenden, schildert Herr Kalb seinen ersten Eindruck von den Schülerinnen und Schülern des BVJ und der BF1 wie folgt: „Manche haben den Knall noch nicht gehört.“ Er habe von Schülerbiografien erfahren, die ihn regelrecht mitgenommen haben, von jungen Schülern, die mit Ach und Krach die Förderschule geschafft haben. Das habe ihn lange beschäftigt. Für ihn sei es eine Herausforderung gewesen, in den einzelnen Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern herauszufinden, wann sie ehrlich zu ihm und zu sich selbst gewesen seien. Unterstützt hat er die Lernenden meist im Fach Mathematik und ganz praktisch beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Zu einem Schüler habe er in dem Jahr eine sehr intensive Bindung aufgebaut, sein „Spezialfall“ wie er ihn nennt. Hier stand auch der Kontakt zum Elternhaus zentral und er habe versucht, beide darin zu unterstützen, die nächsten wichtigen Schritte in Richtung der weiteren schulischen und beruflichen Laufbahn anzugehen.

Herr Kalb sieht in der ehrenamtlichen Tätigkeit mit den Schülerinnen und Schülern des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschule eine reizvolle und spannende Herausforderung und bleibt der Schule auch für das zweite Jahr des “Schulprogramms” als Experte erhalten. Er wisse jetzt schon viel besser, wie er mit den Lernenden in Kontakt treten könne und kenne jetzt die Strukturen an der Schule schon besser und könne auf ein Netzwerk zurückgreifen.

Schulsozialarbeiterin Anja Maibach sieht noch großes Verbesserungspotential für den Senior Experten – Einsatz im nächsten Schuljahr und gibt zu bedenken, dass das Jahr „Probelauf“ effektiv nur ein gutes halbes Jahr Betreuung bedeutet habe vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Sie betonte, dass brauchbare und wertvolle Erfahrungen von allen Beteiligten gesammelt worden seien, auf die jetzt aufgebaut werden könne. Im Sinne einer Kontinuität hob Maibach hervor, wie wichtig es sei, dass das Team der Experten möglichst erhalten bleibe, denn die Strukturen zwischen den SES-Experten und Lehrern könnten jetzt noch besser genutzt werden.

Im Vorausblick auf das nächste Schuljahr wurden bereits Ideen gesammelt für den weiteren Einsatz des “Schulprogramms”. Die Eltern sollen beispielsweise über Einsatz und Zweck der SES-Experten im Vorfeld besser informiert werden. Zu Beginn des Schuljahres sollen die SES-Experten als Teammitglieder der Schule auf einem Elternabend bereits vorgestellt werden. Die zukünftigen Schülerinnen und Schüler des Fachbereichs Technik sollen noch stärker den Eindruck bekommen, dass an ihrer Zukunft zu ihrem Wohl von allen Seiten mitgearbeitet wird, also eine enge Verzahnung von Erziehungsberechtigen, Lehrkräften, Schulsozialarbeit und SES-Experten. Für die SES-Experten soll außerdem eine Kennenlernrunde mit den Schülerinnen und Schüler initiiert werden, z.B. ein Frühstück mit anschließenden Kennenlernspielen als „Eisbrecher“. Dabei können die Lehrkräfte perfekt unterstützen.

Zum Abschluss des Treffens bedankten sich Dietmar Weber, Anja Maibach, Martina Groß und die anwesenden Klassenleiterinnen und Klassenleiter bei den Experten für ihr Engagement, sich mit viel Empathie und offenen Ohren auf die Beziehungsarbeit eingelassen zu haben. Die Klassenleiterinnen und Klassenleiter haben ihren Einsatz als durchweg wertvoll wahrgenommen. Anja Maibach unterstreicht dabei, dass die SES-Experten eventuell nur „kleine“ Schritte bei den Lernenden beobachtet haben, aber aus der Perspektive der Lehrkräfte, die ihr Schülerclientel schon etwas länger kennen, könne man sagen, dass es für die Schülerinnen und Schüler teilweise sehr große Schritte gewesen seien in Richtung einer Zukunftsperspektive.

Die SES-Experten haben ihren Rucksack mit Lebenserfahrungen für die Schülerinnen und Schüler des BVJ und der BF1 Technik ein Stück weit geöffnet und ihnen wertvolle Unterstützung geleistet, schloss Schulleiter Weber die Rückschau, und er freue sich, hoffentlich alle SES-Experten auch im nächsten Schuljahr wieder an der BBS Lahnstein begrüßen zu dürfen.

Dieses Pilotprojekt wird Schule machen: Das Angebot soll an der BBS Lahnstein und nach Möglichkeit auch an weiteren Schulen ausgebaut werden. Dafür werden weitere Ehrenamtliche gesucht, die sich nach ihrer Berufszeit gern gesellschaftlich engagieren und Ihr Wissen und Ihre vielfältigen beruflichen Erfahrungen weitergeben möchten. Dabei wird nicht zuletzt auch der Zusammenhalt zwischen Menschen aus unterschiedlichen Generationen gefördert.

Interessierte Ehrenamtliche oder Schulen können sich an Dr. Dietrich Garlichs vom Senior Experten Service (SES) in Bonn wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder auch unter 0175/1855053.

(Text und Foto: Britta Kleine-Tebbe, BBS Lahnstein)

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Gesellenprüfung der angehenden Tischler an der Berufsbildenden Schule (BBS) Lahnstein

In den letzten Wochen des Schuljahres herrschte fast wieder Normalbetrieb an der Schule: voller Präsenzunterricht, kleine Unterrichtsgänge, Ausflüge und Verabschiedungen im Outdoor-Rahmen, vieles war wieder möglich. Einbahnstraßen waren passé, nur die stets griffbereiten Masken, die versetzten Pausenzeiten und das morgendliche Schnelltesten, das für Lehrkräfte wie Lernende mittlerweile zur Routine geworden ist, deuteten darauf hin, dass die Pandemie noch nicht vorüber ist. Und inmitten des Schulgebäudes ist das Foyer der BBS Lahnstein seit einem Jahr verwaist: Kein Weihnachtsbaum, kein Gottesdienst, keine Veranstaltung erfüllte den Ort mit Leben.

Doch kurz vor den Ferien konnte das Foyer für ein paar Tage im Glanze der Gesellenstücke der angehenden Tischler erstrahlen: Es diente, coronabedingt wie schon im letzten Jahr, als Aufstellort für die Werkstücke, die die angehenden Tischler in den Ausbildungsbetrieben hergestellten hatten. Drei Jahre haben die Auszubildenden im Schnitt den schulischen Teil ihrer Ausbildung an der BBS Lahnstein absolviert, ehe sie zur Gesellenprüfung zugelassen werden. Bei dem Gesellenstück handelt es sich um ein von den Prüflingen selbst ausgesuchtes und in rund 100 Stunden angefertigtes Werkstück, das einen praktischen Teil der Abschlussprüfung darstellt.

Der Prüfungsausschuss tagte für einen Tag an der BBS Lahnstein und nahm die Gesellenstücke der Prüflinge genau in Augenschein. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses bestehen aus dem Arbeitgebervertreter (Fabian Pattar von der Firma Noll), dem Arbeitnehmervertreter (Sven Bornwasser von der Firma Nengel) sowie den in der Berufsschule ausbildenden Lehrkräften (Monika Richter und Josef Bardenheuer). Die Mitglieder des Ausschusses begutachteten an dem Tag jedoch nicht nur die Gesellenstücke, sondern betreuten die Prüflinge auch gleichzeitig in der Holzwerkstatt der Schule, denn dort entstand der jeweils zweite praktische Teil der Abschlussprüfung: die Hand- oder Werkprobe. Diese wird im Zeitraum von 8 Stunden unter Aufsicht hergestellt. Zur Gesellenprüfung gehört neben diesen zwei praktischen Teilen auch noch eine theoretische Prüfung, die an der Berufsschule erfolgt. Die Prüfungsausschussmitglieder sind bei allen drei Teilen anwesend. Am Ende der Gesellenprüfung für die Tischler (in diesem Jahrgang sind es ausschließlich junge Männer) steht die Freisprechungsfeier, bei der die frischgebackenen Gesellen nach alter Tradition vom Meister „freigesprochen“ werden.

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Auch dieses Jahr durfte also „dank Corona“ (vor Corona blieben die Gesellenstücke normalerweise in den Betrieben und wurden dort beurteilt) im Schulfoyer gestaunt werden über die entstandenen Stücke der fünf Prüflinge, die in diesem Jahr zur Gesellenprüfung angetreten sind:

 

 

 

  • ein Barschrank aus Spanplatten, geöltem Eichenvollholz und mit Glasausschnitt für den Blick auf die Getränke, der von Niklas Hans hergestellt wurde
  • ein aufwändig gearbeitetes Sideboard, das von Jan Hoffeller aus zwei Kuben in Eichenfurnier gearbeitet wurde, die mit Glasscheiben verbunden und mit Glaseinlegeböden ausgestattet sind
  • ein von Felix Wichmann gebautes Lowboard aus Eichenholz und dem noch recht neuen Werkstoff Fenix, das in bewusst reduzierter und moderner Optik hergestellt wurde
  • ein mobiler Wagen Typ „Bollerwagen“ mit moderner Zapfanlage und eingebautem Grill, der von Tim Prus gearbeitet wurde
  • eine Zapftheke aus massivem Apfelbaumholz, hergestellt von Noah Dillenberger, die über eine integrierte Schublade und einen Vitrinen Schrank verfügt

Ausgebildet wurden diese jungen Nachwuchstischler in folgenden Betrieben in der umliegenden Region: Tischlerei Roger Nengel in Lahnstein, Noll Werkstätten GmbH in Fachbach, Tischlerei Olaf Pfaffenberger GmbH in Niederwallmenach und Thomas Klein Tischlermeister GmbH in Holzhausen.

Diese echte Handwerkskunst der jungen, fast fertigen Gesellen lud manch stillen Betrachter an der Schule, der die Möbelstücke im Foyer erspähen konnte, zum kurzen Innehalten ein. Die Prüflinge haben eindrucksvolle kreative Stücke gezaubert und damit gezeigt, was Holz für ein vielseitiger und wertvoller Baustoff ist und wie wichtig eine gute Ausbildung im Tischlerberuf ist. 

Allem Absolventen wünsche wir eine erfolgreiche Zukunft!

Ihre BBS Lahnstein

Hier finden Sie eine Galerie der erstellten Objekte:

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